Michael Maar: Das violette Hündchen

Fernsehüberraschung zur Lektüre

Was für eine Überraschung! In der (eigentlich unsäglichen) Verfilmung von Tolstois Roman „Krieg und Frieden“ (King Vidor, 1956), die gerade in der Arte-Mediathek läuft, taucht tatsächlich das „violette Hündchen“ auf. Michael Maar hat es auf den Titel seines Buchs über „Große Literatur im Detail“ gehoben und damit ein zweites Mal verewigt.

„Am 6. Oktober frühmorgens kam Pierre aus dem Schuppen und blieb auf dem Rückweg an  der Tür stehen, um mit dem langen lilafarbenen Hündchen mit den kurzen, krummen Beinen zu spielen, das um ihn herumsprang. Dieser kleine Hund lebte bei ihnen im Schuppen, nächtigte bei Karatajew, manchmal lief er irgendwo in die Stadt, kehrte aber immer wieder zurück. Vermutlich hatte er nie jemandem gehört, und auch jetzt war er niemandes Hund und hatte nicht einmal einen Namen.“ (Lew Tolstoi, „Krieg und Frieden“, Übersetzung: Barbara Conrad)

Und eigentlich hat er auch keine Funktion im Roman, laut Michael Maar. Trotzdem bleibt er beim Lesen im Gedächtnis wie so viele andere Details der eigenen Lektüre. Man erinnert sich an sie noch lange Zeit, egal ob bedeutsam oder nicht.

Tolles Buch. Eine Fülle von Anregungen. Sehr unterhaltsam!

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